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  • Über die Einzelfälle hinaus hat das VG Kassel noch Indizien gesammelt, welche eine KI-Nutzung in den Prüfungsleistungen nahelegen. So seien etwa “häufig gewählte, sich übermäßig oft wiederholende positiv wertende Formulierungen bezüglich neutraler fachlicher Inhalte” symptomatisch für KI-generierte Texte. Selbiges gelte für wiederholende Zusammenfassungen.

    Ich finde das Spannendste ist doch, wie man am Ende denn nun jemandem nachweist, dass dieser KI benutzt hat. Klar, vieles kann auffällig sein (Indiz). Aber was hat wirklich Beweiswert? Ist halt auch unfair denjenigen gegenüber, die möglicherweise von Natur aus eine “KI-Schreibweise” haben und sich dann erstmal den Vorwurf gefallen lassen müssen. Mein letzter Stand war, dass diese KI-Checker auch nicht gerade zuverlässig sind.





  • Unverhältnismäßig ausgedehnt werde auch die Strafbarkeit künftig im Zusammenhang mit Aufnahmen von bekleideten Körperstellen, befürchtet Norouzi. Hier knüpfe die Strafbarkeit künftig an innere Absichten an: “Bislang war die unbefugte Bildaufnahme der durch Unterwäsche bekleideten Körperteile sanktioniert, ‘soweit diese Bereiche gegen Anblick geschützt sind’. Nunmehr soll es strafbar sein, etwa eine bekleidete weibliche Brust in der Öffentlichkeit zu fotografieren, wenn dies ‘in sexuell bestimmter Weise’ geschieht” (§ 184k Abs. 1 Nr. 3 StGB-E).

    Und das ist leider, so gerne man auch einen guten Schutz bieten möchte, ein berechtigter Punkt. Es gibt natürlich Menschen, die einfach dreist mit der Kamera draufhalten, aber ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass es auch Situationen gibt, die schlicht falsch interpretiert werden können. Ein Verdacht reicht aus, und naja, dann heißt es halt für den Beschuldigten: Hausdurchsuchung, alle technischen Geräte abgeben, Anwalt anheuern, Kündigung (?), halbes Jahr zittern und bei erfolgreicher Einstellung des Verfahrens auf den Kosten sitzen bleiben (erstattet wird in dem Fall gar nichts). Weiß nicht, ob das dann Gerechtigkeit ist.

    Positiv wäre vielleicht: Es wird allgemein viel mehr nachgedacht, bevor ein Kamera gezückt wird, sodass man Fotos in Gegenwart anderer Menschen letztlich deutlich reduziert/ganz bleiben lässt.

    Es zeigt sich jedenfalls, dass irgendwas in Richtung Deepfakes getan werden muss, aber dann bitte ruhig etwas mehr Zeit lassen. Bitte keine Schnellschüsse. Gute Gesetze brauchen Zeit.



  • Würde dem letzten Teil doch auch (leicht) widersprechen. Der Staat überwacht uns schon im öffentlichen Raum, ja, aber nur im Sinne von: Es patroullieren Polizisten in kriminalitätsbelasteten Zonen oder eben die Kameras, die überall hängen, wobei die aber von den Strafverfolgungsbehörden nur dann gesichtet werden, wenn darauf was Kriminelles zu sehen sein soll. Und ja, das BKA darf auch jetzt schon versuchen mittels GES Personen darauf zu identifizieren.

    ABER: Das ganze passiert retrograd. Das heißt es wird erst im Nachhinein analysiert. Was der AI Act nun zu zutage gefördert hat ist, dass man nun auch, unter bestimmten Bedingungen, in Echtzeit analysieren darf. Und die entsprechenden Forderungen der Politiker folgten sogleich. D.h. wenn man zukünftig sofort ein Gesicht XY festnageln will, machen diese Systeme das, überall in DE. Das ist für mich doch ein erheblicher Unterschied in der Schwere.

    Wird ja gerne argumentiert, dass ein Polizist “ja auch Gesichter erkennen könnte”, aber ich möchte mal wissen, welcher Polizist am Hauptbahnhof einen Verdächtigen aus 30000 täglichen Gesichtern erkennen soll.

    Die Verlässlichkeit der Systeme sind auch noch so ein Aspekt. Wieviele tägliche Falsch-Positive Erkennungen am Hauptbahnhof sind noch im Rahmen und wann wird es zuviel? 5? 30? 100?

    Aber das nur zur allgemeinen Einordnung. Ich finde wirklich alles verwerflich und der Mehrwert in der Strafverfolgung ist nicht mit dem Freiheitsverlust aufzuwiegen, meiner Meinung nach.

    Edit: Verzeih mir den starken Fokus auf die Kameras. Die stehen für mich symbolisch für öffentliche Überwachung. Hast dich aber ja nicht unbedingt darauf bezogen.






  • Ich bin unentschlossen. Wir haben zum Einen den Mental Health-Aspekt und Psychohygiene ist definitiv wichtig. Gleichzeitig haben wir Krisen noch und nöcher und eigentlich habe ich das Gefühl das Menschen ihren Allerwertesten wieder auf die Straße bewegen müssen um für ihre Rechte zu protestieren.

    Wenn wir jetzt aber sagen “Nee, das geht nicht, das zieht mich zu sehr runter” sind wir dazu verdammt mit dem Mist zu leben den man uns dann wohl oder übel aufzwingt. Die bequemen Zeiten sind vorbei. Die Augen verschließen und hoffen bringt leider nichts.

    Was man aber tun kann: Statt 3h am Tag zu doomscrollen, sind 10 Minuten sicherlich auch schon eine Verbesserung.

    Edit: Schreibfehler